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Beschreibung:

Dieses Dokument beschreibt anhand eines Konfigurationsbeispiels, wie Sie eine CA (Certification Authority) auf einem LANCOM Router aktivieren und wie die CA Sie dabei unterstützt, neue Zertifikate für eine VPN-Verbindung zwischen zwei LANCOM Routern zu erstellen und zu nutzen.

Die Zertifikatsverteilung wird dabei über SCEP (Simple Certificate Enrollment Protocol) durchgeführt.


HowTo-Video:

Dieser Knowledgebase-Artikel ist auch als HowTo-Video verfügbar.


Voraussetzungen:
  • LANCOM Central Site Gateway, WLAN Controller oder LANCOM Router mit aktivierter VPN 25-Option



Szenario:
  • Ein Unternehmen möchte die lokalen Netzwerke in der Zentrale und einer Filiale über eine Site-to-Site VPN-Verbindung miteinander koppeln.
  • Beide Standorte verfügen über einen LANCOM Router als Gateway und eine Internetverbindung. Die öffentliche IP-Adresse der Zentrale lautet 80.80.80.80, die der Filiale 81.81.81.81.
  • Die VPN-Verbindung wird von der Filiale zur Zentrale aufgebaut.
  • Das lokale Netzwerk der Zentrale hat den IP-Adressbereich 192.168.1.0/24, in der Filiale wird der lokale IP-Adressbereich 192.168.2.0/24 verwendet.
  • Die Authentifzierung soll über Zertifikate realisiert werden, welche vom LANCOM Router in der Zentrale per SCEP verteilt werden.



Vorgehensweise:

1. Einrichten der Zertifizierungsstelle und der SCEP Client-Funktionalität auf dem LANCOM Router in der Zentrale:

1.1 Öffnen Sie die Konfiguration des LANCOM Routers in der Zentrale und wechseln Sie in das Menü Zertifikate -> Zertifizierungsstelle (CA).

1.2 Wählen Sie die Option Zertifizierungsstelle (CA) aktiviert und legen Sie fest, dass der LANCOM Router die Haupt-Zertifizierungsstelle (Root CA) ist.



1.3 Wechseln Sie in das Menü Zertifikatsbehandlung und vergeben Sie ein Basis-Challenge-Passwort. Dieses wird verwendet, wenn kein eigenes Passwort für den SCEP-Client konfiguriert ist.
    Info:
    Wenn das Feld leer bleibt generiert die CA ein Zufalls-Passwort.



1.4 Wechseln Sie in das Menü SCEP-Client und aktivieren Sie zunächst die SCEP-Client-Funktionalität.

1.5 Klicken Sie dann auf die Schaltfläche CA-Tabelle.



1.5 Fügen Sie einen neuen Eintrag mit folgenden Parametern hinzu:
    Info:
    Wenn dieses Gerät ein LANCOM WLAN-Controller ist, befindet sich in der Liste bereits ein Eintrag mit der Standardbezeichnung CONTROLLER_CA . In diesem Fall müssen Sie keinen neuen Eintrag in der Tabelle erzeugen.
  • Name: Der Name kann frei gewählt werden und dient zur Identifizierung auf diesem Gerät.
  • URL: Die URL ist nach folgendem Schema aufgebaut: https://<IP-Adresse>/cgi-bin/pkiclient.exe.

    Ersetzen Sie die <IP-Adresse> mit der IPv4-Adresse unter der die CA aus dem WAN erreichbar ist.

    Da sich die CA in diesem Beispiel auf dem LANCOM Router befindet, der zugleich Endpunkt für die VPN-Verbindung ist, wird als URL https://127.0.0.1/cgi-bin/pkiclient.exe eingtragen.
  • Als Distinguished Name müssen Sie den Namen der CA eintragen. In diesem Beispiel ist das der Standard-Name
    /CN=LANCOM CA/O=LANCOM SYSTEMS/C=DE



1.6 Klicken Sie dann auf die Schaltfläche Zertifikat-Tabelle.



1.5 Fügen Sie einen neuen Eintrag mit folgenden Parametern hinzu:
  • Name: Der Name kann frei gewählt werden und dient zur Identifizierung auf diesem Gerät.
  • CA-Distinguished Name: Als Distinguished Name müssen Sie den Namen der CA eintragen. In diesem Beispiel ist das der Standard-Name
    /CN=LANCOM CA/O=LANCOM SYSTEMS/C=DE
  • Subject: Hier muss der Zertifikatsname eingetragen werden, den die Zentrale verwenden soll. In diesem Beispiel wird nur der Common Name (CN) verwendet (/CN=ZENTRALE).

    Diesen Zertifikatsnamen benötigen Sie bei der Konfiguration der VPN-Verbindung auf dem Router der Zentrale (als lokale Identität) und auf dem Router der Filiale (als entfernte Identität).
  • Challenge Passwort: In diesem Beispiel verwenden wir das Basis-Challenge-Passwort. Tragen Sie also das Passwort ein, welches im Schritt 1.3 vergeben wurde.
  • Schlüssellänge: Wählen Sie eine Schlüssellänge aus. In diesem Beispiel verwenden wir eine Schlüssellänge von 2048 bit.
  • Verwendungs-Typ: Bei zertifikatsbasierten VPN-Verbindungen müssen Sie angeben, in welchen VPN Zertifikats-Container im Gerät das Zertifikat der Zentrale geladen werden soll. In diesem Beispiel verwenden wir den Container VPN1.





2. Einrichten der SCEP-Client-Funktionalität auf dem LANCOM Router in der Filiale:

2.1 Wechseln Sie in das Menü SCEP-Client und aktivieren Sie zunächst die SCEP-Client-Funktionalität.

2.2 Klicken Sie dann auf die Schaltfläche CA-Tabelle.



2.3 Fügen Sie einen neuen Eintrag mit folgenden Parametern hinzu:
  • Name: Der Name kann frei gewählt werden und dient zur Identifizierung auf diesem Gerät.
  • URL: Die URL ist nach folgendem Schema aufgebaut: https://<IP-Adresse>/cgi-bin/pkiclient.exe. Ersetzen Sie die <IP-Adresse> mit der IPv4-Adresse unter der die CA aus dem WAN erreichbar ist.

    Da sich die CA in diesem Beispiel auf dem LANCOM Router in der Zentrale befindet, wird als URL https://80.80.80.80/cgi-bin/pkiclient.exe eingtragen.
  • Als Distinguished Name müssen Sie den Namen der CA eintragen. In diesem Beispiel ist das der Standard-Name
    /CN=LANCOM CA/O=LANCOM SYSTEMS/C=DE



2.4 Klicken Sie auf die Schaltfläche Zertifikat-Tabelle.

2.5 Fügen Sie einen neuen Eintrag mit folgenden Parametern hinzu:
  • Name: Der Name kann frei gewählt werden und dient zur Identifizierung auf diesem Gerät.
  • CA-Distinguished Name: Als Distinguished Name müssen Sie den Namen der CA eintragen. In diesem Beispiel ist das der Standard-Name
    /CN=LANCOM CA/O=LANCOM SYSTEMS/C=DE
  • Subject: Hier muss der Zertifikatsname eingetragen werden, den die Filiale verwenden soll. In diesem Beispiel wird nur der Common Name (CN) verwendet (/CN=FILIALE).

    Diesen Zertifikatsnamen benötigen Sie bei der Konfiguration der VPN-Verbindung auf dem Router der Filiale (als lokale Identität) und auf dem Router der Zentrale (als entfernte Identität).
  • Challenge Passwort: In diesem Beispiel verwenden wir das Basis-Challenge-Passwort. Tragen Sie also das Passwort ein, welches im Schritt 2.1 vergeben wurde.
  • Schlüssellänge: Wählen Sie eine Schlüssellänge aus. In diesem Beispiel verwenden wir eine Schlüssellänge von 2048 bit.
  • Verwendungs-Typ: Bei zertifikatsbasierten VPN-Verbindungen müssen Sie angeben, in welchen VPN Zertifikats-Container im Gerät das Zertifikat der Zentrale geladen werden soll. In diesem Beispiel verwenden wir den Container VPN1.




3. Konfiguration der VPN-Verbindung auf dem LANCOM Router in der Zentrale:

3.1 Starten Sie den Setup-Assistenten auf dem Router in der Zentrale und wählen Sie die Option Zwei lokale Netze verbinden (VPN).



3.2 Die VPN-Verbindung soll über eine Internet-Verbindung hergestellt werden.



3.3 IPSec-over-HTTPS wird in diesem Konfigurationsbeispiel nicht verwendet.



3.4 Es soll keine dynamische VPN-Verbindung konfiguriert werden.



3.5 Da beide Seiten über eine feste öffentliche IP-Adresse verfügen, können Sie die erste Option auswählen.



3.6 Als Eigener Bezeichner muss ZENTRALE eingetragen werden.



3.7 Der Name der Gegenstelle ist FILIALE.



3.8 Die VPN-Verbindungs-Authentifizierung wird über Zertifikate (RSA Signature) durchgeführt.



3.9 Geben Sie ein Passwort für die Verbindung ein, mit der die IP-Adresse des entfernten Gateways übermittelt wird.

Dieses Passwort benötigen Sie im Schritt 4.9 erneut, daher sollten Sie sich dieses notieren.



3.10 In diesem Beispiel ist die Lokale Identität /CN=ZENTRALE, als Entfernte Identität müssen Sie /CN=FILIALE eintragen.



3.11 Wählen Sie die Option Optimierter Verbindungsaufbau.



3.12 Da der LANCOM Router in der Zentrale die VPN-Verbindung annehmen soll, müssen Sie die untere Option wählen und als VPN Haltezeit den Wert 0 eintragen.



3.13 Im nächsten Dialog müssen Sie die öffentliche IP-Adresse oder FQDN des Routers in der Filiale eingeben. In diesem Beispiel ist das die 81.81.81.81.

Das lokale Netzwerk, welches in der Filiale erreicht werden soll hat die IP-Adresse 192.168.2.0/24.



3.14 Extranet VPN wird in diesem Beispiel nicht verwendet.



3.15 NetBIOS wird in diesem Beispiel nicht verwendet.



3.16 Klicken Sie auf Fertig stellen um die Konfiguration in den LANCOM Router zurück zu schreiben.





4. Konfiguration der VPN-Verbindung auf dem LANCOM Router in der Filiale:

4.1 Starten Sie den Setup-Assistenten auf dem Router in der Filiale und wählen Sie die Option Zwei lokale Netze verbinden (VPN).



4.2 Die VPN-Verbindung soll über eine Internet-Verbindung hergestellt werden.



4.3 IPSec-over-HTTPS wird in diesem Konfigurationsbeispiel nicht verwendet.



4.4 Es soll keine dynamische VPN-Verbindung konfiguriert werden.



4.5 Da beide Seiten über eine feste öffentliche IP-Adresse verfügen, können Sie die erste Option auswählen.



4.6 Als Eigener Bezeichner muss FILIALE eingetragen werden.



4.7 Der Name der Gegenstelle ist ZENTRALE.



4.8 Die VPN-Verbindungs-Authentifizierung wird über Zertifikate (RSA Signature) durchgeführt.



4.9 Geben Sie im Feld Passwort das gleiche Passwort ein, welches Sie im Schritt 3.9 vergeben haben.



4.10 In diesem Beispiel ist die Lokale Identität /CN=FILIALE, als Entfernte Identität müssen Sie /CN=ZENTRALE eintragen.



4.11 Wählen Sie die Option Optimierter Verbindungsaufbau.



4.12 Da der LANCOM Router in der Filiale die VPN-Verbindung zur Zentrale aufbauen soll, müssen Sie die oberste Option wählen.



4.13 Im nächsten Dialog müssen Sie die öffentliche IP-Adresse oder FQDN des Routers in der Zentrale eingeben. In diesem Beispiel ist das die 80.80.80.80.

Das lokale Netzwerk, welches in der Zentrale erreicht werden soll hat die IP-Adresse 192.168.1.0/24.



4.14 Extranet VPN wird in diesem Beispiel nicht verwendet.



4.15 NetBIOS wird in diesem Beispiel nicht verwendet.



4.16 Klicken Sie auf Fertig stellen um die Konfiguration in den LANCOM Router zurück zu schreiben.



Die Konfigurationsschritte sind damit beendet. Nachdem die Konfiguration in den LANCOM Router der Filiale zurück geschrieben wurde, baut dieser die VPN-Verbindung zum Router in der Zentrale auf.