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Beschreibung:

In bestimmten Szenarien (etwa VoIP-Telefonie) ist es sinnvoll die Kommunikation mit dem EF-Flag (Expedited Forwarding) zu versehen, damit dieser Datenverkehr bevorzugt weitergeleitet wird. Wenn die Netzwerk-Teilnehmer das EF-Flag nicht selber setzen können, muss das Flag auf dem Switch gesetzt werden.  

In diesem Artikel wird beschrieben, wie die Kommunikation eines bestimmten Endgerätes anhand dessen IP-Adresse mit dem EF-Flag versehen werden kann. 


Voraussetzungen:


Szenario:

In diesem Beispiel soll jeglicher Datenverkehr des Endgerätes mit der IP-Adresse 192.168.45.184 mit dem EF-Flag versehen werden.

  • An Switch-Port 9 ist das Internet-Gateway angeschlossen
  • An Switch-Port 10 ist ein Endgerät mit der IP-Adresse 192.168.45.184 angeschlossen


Vorgehensweise:

1. Aktivieren der Diffserv-Funktion:

1.1 Verbinden Sie sich mit dem Webinterface des Gerätes und wechseln in das Menü QoS → Diffserv → Global.

1.2 Stellen Sie sicher, dass bei Diffserv Admin Mode die Option Enable ausgewählt ist.



2. Konfiguration der Klassen (Class):

Es müssen zwei verschiedene Klassen erstellt werden, einmal für den ein- und einmal für den ausgehenden Datenverkehr.

2.1 Wechseln Sie in den Reiter Class Summary und klicken auf Add, um eine neue Klasse hinzuzufügen.

2.2. Erstellen Sie eine Klasse für den eingehenden Datenverkehr. Passen Sie dazu die folgenden Parameter an und klicken auf Submit:

  • Class: Vergeben Sie einen aussagekräftigen Namen für die Klasse (in diesem Beispiel Class-In).
  • Type: Wählen Sie aus, welche Kriterien (siehe Schritte 2.5 und 2.7) erfüllt sein müssen, damit die die QoS-Einstellungen umgesetzt werden. Mit der Einstellung All greifen diese, wenn alle Kriterien erfüllt sind. Bei Verwendung der Option Any greift die Einstellung, wenn ein beliebiges Kriterium erfüllt ist. In diesem Beispiel wird die Einstellung auf All belassen.   
  • Protocol: Wählen sie das IP-Protokoll aus (IPv4 oder IPv6), bei dem die Einstellungen umgesetzt werden sollen. Die Option None kennzeichnet Nicht-IP-Pakete. Da in diesem Beispiel auf eine IPv4-Adresse gefiltert werden soll, muss IPv4 ausgewählt werden. 

2.3 Erstellen Sie eine Klasse für den ausgehenden Datenverkehr. Passen Sie dazu die folgenden Parameter an und klicken auf Submit:

  • Class: Vergeben Sie einen aussagekräftigen Namen für die Klasse (in diesem Beispiel Class-Out).
  • Type: Wählen Sie aus, welche Kriterien (siehe Schritte 2.5 und 2.7) erfüllt sein müssen, damit die die QoS-Einstellungen umgesetzt werden. Mit der Einstellung All greifen diese, wenn alle Kriterien erfüllt sind. Bei Verwendung der Option Any greift die Einstellung, wenn ein beliebiges Kriterium erfüllt ist. In diesem Beispiel wird die Einstellung auf All belassen.  
  • Protocol: Wählen sie das IP-Protokoll aus (IPv4 oder IPv6), bei dem die Einstellungen umgesetzt werden sollen. Die Option None kennzeichnet Nicht-IP-Pakete. Da in diesem Beispiel auf eine IPv4-Adresse gefiltert werden soll, muss IPv4 ausgewählt werden. 

2.4 Wechseln Sie in den Reiter Class Configuration, wählen bei Class die in Schritt 2.2 erstellte Klasse für den eingehenden Datenverkehr aus (in diesem Beispiel Class-In) und klicken auf Add Match Criteria, um Kriterien hinzuzufügen, bei der die QoS-Einstellungen greifen sollen.

2.5 Wählen Sie die Kriterien aus, bei denen die QoS-Einstellungen greifen sollen und klicken anschließend auf Submit.

Aktivieren Sie in diesem Beispiel die Option Source IP Address und passen die folgenden Parameter an:

  • IP Address: Tragen Sie die IP-Adresse ein, für deren Datenverkehr QoS-Einstellungen vorgenommen werden sollen (in diesem Beispiel 192.168.45.184).
  • IP Mask: Tragen Sie die Subnetzmaske 255.255.255.255 ein. Damit gilt der Eintrag für genau eine IP-Adresse.

Bei Auswahl der Option Any greifen die Einstellungen bei beliebigen Paketen. Weiterhin können auch mehrere Kriterien ausgewählt werden.

2.6 Wählen Sie bei Class die in Schritt 2.3 erstellte Klasse für den ausgehenden Datenverkehr aus (in diesem Beispiel Class-Out) und klicken auf Add Match Criteria, um Kriterien hinzuzufügen, bei der die QoS-Einstellungen greifen sollen.

2.7 Wählen Sie die Kriterien aus, bei denen die QoS-Einstellungen greifen sollen und klicken anschließend auf Submit.

Aktivieren Sie in diesem Beispiel die Option Destination IP Address und passen die folgenden Parameter an:

  • IP Address: Tragen Sie die IP-Adresse ein, für deren Datenverkehr QoS-Einstellungen vorgenommen werden sollen (in diesem Beispiel 192.168.45.184).
  • IP Mask: Tragen Sie die Subnetzmaske 255.255.255.255 ein. Damit gilt der Eintrag für genau eine IP-Adresse.

Bei Auswahl der Option Any greifen die Einstellungen bei beliebigen Paketen. Weiterhin können auch mehrere Kriterien ausgewählt werden.



3. Konfiguration der Richtlinien (Policy):

3.1 Erstellen der Richtlinien:

3.1.1 Wechseln Sie in den Reiter Policy Summary und klicken auf Add, um die Richtlinien zu erstellen.

Dabei wird zwischen ein- und ausgehenden Paketen unterschieden, die sich jeweils auf die Switch-Ports aufteilen. Da es zwei verschiedene Ports gibt, müssen insgesamt also vier Richtlinien erstellt werden.

3.1.2  Erstellen Sie für den Switch-Port 9 (Internet-Gateway) jeweils eine Richtlinie für ein- und ausgehenden Datenverkehr. Passen Sie dazu folgende Parameter an und klicken auf Submit:

  • Policy: Vergeben Sie einen aussagekräftigen Namen (in diesem Beispiel Policy-9-In und Policy-9-Out).
  • Type: Wählen für den eingehenden Datenverkehr die Option In aus und für den ausgehenden Datenverkehr die Option Out.

3.1.3 Erstellen Sie für den Switch-Port 10 (Endgerät) jeweils eine Richtlinie für ein- und ausgehenden Datenverkehr. Passen Sie dazu folgende Parameter an und klicken auf Submit:

  • Policy: Vergeben Sie einen aussagekräftigen Namen (in diesem Beispiel Policy-10-In und Policy-10-Out).
  • Type: Wählen für den eingehenden Datenverkehr die Option In aus und für den ausgehenden Datenverkehr die Option Out.


3.2 Zuordnung der Klassen zu den Richtlinien:

3.2.1 Switch-Port 9 eingehender Datenverkehr:

3.2.1.1 Wechseln Sie in den Reiter Policy Configuration und stellen sicher, dass bei Policy die in Schritt 3.1.2 erstellte Richtlinie für eingehende Pakete ausgewählt ist (in diesem Beispiel Policy-9-In). Klicken Sie anschließend auf Add Class.

3.2.1.2 Wählen Sie bei Class die in Schritt 2.2 erstellte Klasse für den eingehenden Datenverkehr aus und klicken auf Submit (in diesem Beispiel Class-In). 

3.2.1.3 Markieren Sie bei Class die zugewiesene Klasse und klicken auf Add Attribute, um festzulegen, welche QoS-Attribute den Paketen zugewiesen werden sollen.

3.2.1.4 Wählen Sie die Option Mark IP DSCP aus und wählen bei IP DSCP Keyword im Dropdownmenü die Option ef aus. Klicken Sie anschließend auf Submit.


3.2.2 Switch-Port 9 ausgehender Datenverkehr:

3.2.2.1 Wählen Sie im Dropdownmenü bei Policy die in Schritt 3.1.2 erstellte Richtlinie für ausgehende Pakete aus (in diesem Beispiel Policy-9-Out). Klicken Sie anschließend auf Add Class.

3.2.2.2 Wählen Sie bei Class die in Schritt 2.3 erstellte Klasse für den ausgehenden Datenverkehr aus und klicken auf Submit (in diesem Beispiel Class-Out). 

3.2.2.3 Markieren Sie bei Class die zugewiesene Klasse und klicken auf Add Attribute, um festzulegen, welche QoS-Attribute den Paketen zugewiesen werden sollen.

3.2.2.4 Wählen Sie die Option Mark IP DSCP aus und wählen bei IP DSCP Keyword im Dropdownmenü die Option ef aus. Klicken Sie anschließend auf Submit.


3.2.3 Switch-Port 10 eingehender Datenverkehr:

3.2.3.1 Wählen Sie im Dropdownmenü bei Policy die in Schritt 3.1.3 erstellte Richtlinie für eingehende Pakete aus (in diesem Beispiel Policy-10-In). Klicken Sie anschließend auf Add Class.

3.2.3.2 Wählen Sie bei Class die in Schritt 2.2 erstellte Klasse für den eingehenden Datenverkehr aus und klicken auf Submit (in diesem Beispiel Class-In). 

3.2.3.3 Markieren Sie bei Class die zugewiesene Klasse und klicken auf Add Attribute, um festzulegen, welche QoS-Attribute den Paketen zugewiesen werden sollen.

3.2.3.4 Wählen Sie die Option Mark IP DSCP aus und wählen bei IP DSCP Keyword im Dropdownmenü die Option ef aus. Klicken Sie anschließend auf Submit.


3.2.4 Switch-Port 10 ausgehender Datenverkehr:

3.2.4.1 Wählen Sie im Dropdownmenü bei Policy die in Schritt 3.1.3 erstellte Richtlinie für ausgehende Pakete aus (in diesem Beispiel Policy-10-Out). Klicken Sie anschließend auf Add Class.

3.2.4.2 Wählen Sie bei Class die in Schritt 2.3 erstellte Klasse für den ausgehenden Datenverkehr aus und klicken auf Submit (in diesem Beispiel Class-Out). 

3.2.4.3 Markieren Sie bei Class die zugewiesene Klasse und klicken auf Add Attribute, um festzulegen, welche QoS-Attribute den Paketen zugewiesen werden sollen.

3.2.4.4 Wählen Sie die Option Mark IP DSCP aus und wählen bei IP DSCP Keyword im Dropdownmenü die Option ef aus. Klicken Sie anschließend auf Submit.



4. Konfiguration der Dienste:

4.1 Wechseln Sie in den Reiter Service Summary und klicken auf Add, um die erstellten Richtlinien den Switch-Ports zuzuweisen. 

4.2 Erstellen Sie den Dienst für den Switch-Port 9 (Internet-Gateway). Passen Sie dazu die folgenden Parameter an und klicken auf Submit:

  • Interface: Wählen Sie einen Switch-Port aus, für die die vorgenommenen QoS-Einstellungen gelten sollen (in diesem Beispiel der Port 1/0/9). 
  • Policy In: Wählen Sie die in Schritt 3.2.1 erstellte Richtlinie für eingehende Pakete aus.
  • Policy Out: Wählen Sie die in Schritt 3.2.2 erstellte Richtlinie für ausgehende Pakete aus.

Sollen die Einstellungen für mehrere Switch-Ports gelten, muss für jeden Switch-Port ein eigener Eintrag erstellt werden.

Mit der Einstellung Global bei Interface gelten die Einstellungen für alle Ports.

4.3 Erstellen Sie den Dienst für den Switch-Port 10 (Endgerät). Passen Sie dazu die folgenden Parameter an und klicken auf Submit:

  • Interface: Wählen Sie einen Switch-Port aus, für die die vorgenommenen QoS-Einstellungen gelten sollen (in diesem Beispiel der Port 1/0/10).  
  • Policy In: Wählen Sie die in Schritt 3.2.3 erstellte Richtlinie für eingehende Pakete aus.
  • Policy Out: Wählen Sie die in Schritt 3.2.4 erstellte Richtlinie für ausgehende Pakete aus.

Sollen die Einstellungen für mehrere Switch-Ports gelten, muss für jeden Switch-Port ein eigener Eintrag erstellt werden.

Mit der Einstellung Global bei Interface gelten die Einstellungen für alle Ports.



5. Speichern der Konfiguration als Start-Konfiguration:

5.1 Klicken Sie nach erfolgter Konfiguration in der rechten oberen Ecke auf Save Configuration, damit die Konfiguration als Start-Konfiguration gespeichert wird.

Die Start-Konfiguration bleibt auch nach einem Neustart des Gerätes oder einem Stromausfall erhalten.

5.2. Bestätigen Sie den Speichervorgang mit einem Klick auf OK.